Nach endlosen Rollkur-Debatten, die bis dato auf den Abreiteplätzen dieser Welt noch nichts bewirkt haben – weder bei den Funktionären noch bei Ausrichtern, Stewards oder Reitern – leistet sich die FEI (Internationale Reiterliche Vereinigung) gleich den nächsten peinlichen Fehltritt: Eine aktualisierte Arzneimittelliste, die Medikationen im Reitsport erlaubt, die bisher unter das Dopinggesetz fielen. Ein Skandal. Die Liste wird „Progressive Liste“ genannt und bedeutet einen Rückschritt im Tierschutz.

Es steht bereits eine Online-Petition zur Unterzeichnung bereit.

Ein Pferd für den Wettkampf fit zu spritzen, das normalerweise Schmerzen hätte ist tierschutzwidrig und unfair. Hier setzt sich wieder einmal die Profitgier durch.

Die dunkle Jahreszeit ist da. Ab 18 Uhr ist es bei uns finster. Was tun, wenn keine Halle vorhanden und der Platz nicht bereitbar ist? Ganz klar – Nachtritte durch das Gelände unternehmen!

Für Pferde und Reiter gelten hier die gleichen Verkehrsregeln wie für Fahrzeuge im Streßenverkehr. Das heißt in Kürze:

  • Reiter und Pferde müssen während der Dämmerung und bei Dunkelheit ausreichend beleuchtet sein
  • Vorgeschrieben sind eine nicht blendende, nach vorne und hinten gut sichtbare Leuchte mit weißem Licht.
  • Auch ratsam ist die ebenfalls zulässige Stiefelleuchte (links zu tragen, da rechts der Fahrbahn geritten oder geführt werden muss).
  • Zusätzliche Leuchtgamaschen am Pferd, reflektierende Schabracken oder Decken und reflektierende Kleidung beim Reiter sind sehr empfehlenswert.

 Verhalten bei mehreren Reitern:

  • Eine Reitergruppe bildet einen „Verband“. Im „geschlossenen Verband“ setzen sich Reiter zu zweit nebeneinander.
  • Der Verband darf nicht länger als 25 Meter sein, das entspricht dicht aufeinander etwa 12 Reiter.
  • Die FN empfiehlt, dass 20 Reiter sich in zwei Verbänden zu je 10 Reitern aufteilen sollten.
  • Der Abstand zwischen den Verbänden sollte wiederum mindestens 25 m betragen, damit ein Überholen möglich ist.
  • Der Verband gilt als ein Verkehrsteilnehmer.
  • Es braucht daher nicht jeder Reiter imVerband beleuchtet zu sein.
  • Die seitliche Begrenzung derVerbände muss, mindestens nach vorn durch nicht blendende Leuchten mit weißem Licht, nach hinten durch Leuchten mit rotem Licht oder gelbem Blinklicht gut erkennbar gemacht werden.

Reflektoren leuchten bei Verkehr wesentlich auffälliger als die Lampen, sind also sehr, sehr zu empfehlen.

Übrigens: Die beliebten Stirnlampen sind gar nicht so praktisch. Sie verhindern, dass sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen und können auch das Pferd irritieren. Lieber eine kleine Taschenlampe für den Notfall einstecken…

Na, dann – schöne und sichere Mondscheinritte!

Ich habe schon Freizeitreiter gesehen, die ihre Pferden in so wundervoller Leichtigkeit reiten, dass sie Kunst gleichkommt.
Wo aber Prestige, Preisgelder und Kommerzialisierung Einzug in die Reiterei halten, rangiert der Partner Pferd häufig an hinterster Stelle.

Folgendes Video kreist momentan in der Reiterszene, als grauenhaftes Beispiel für Quälerei im Spitzensport – und der Reiter versucht sich in Rechtfertigung.

Ich will jetzt nicht über Rollkur – für und wider -schreiben. Für mich gibt es keinen Grund, ein Pferd derart hinter der Senkrechten zu reiten, dass es sich fasst in die Brust beisst – und das über Stunden… Und dass es davon sogar eine blaue Zunge bekommt. Das Video spricht für sich. Das Pferdegesicht sagt alles…

Eine ausführliche Diskussion steht in den Dressur-Studien online.

 

Der Verlust eines Tieres kann ebenso schmerzhaft sein wie der Verlust eines Menschen. Je nachdem was jemand in seinem Leben erfahren hat – von Mensch und Tier. Wirklich nachvollziehen kann das nur jemand, der sein Leben mit Vierbeinern teilt.

Vor drei Tagen musste unsere Seniorin im Stall nach ständigem Auf und Ab eingeschläfert werden. Lange schon machten ihr Chips schmerzhaft Probleme. Mal lief sie temperamentvoll kleinere Runde durch das Gelände, als wollte sie jedem zeigen, wie gut sie drauf ist, dann wollte sie kaum einen Schritt vor den anderen tun. Die Besitzer ließen sie mit großem Aufwand operieren. Immerhin war jeder Versuch sie schmerzfrei zu bekommen, nach 25 gemeinsamen Jahren nur verständlich. Die Operation verlief gut, die immer so kritische Aufwachphase ebenso. Einige Wochen vergingen, in der die Stute immer wieder Rückschläge hatte. Vor drei Tagen dann der gemeinsame Entschluss, sie gehen zu lassen. Sie wurde im Beisein ihrer Besitzer sediert und dann eingeschläfert.quelle: www.elblicht.net

Viele Menschen nehmen hier Reißaus und ich frage mich, wie ich reagieren würde.

Heute sage ich: So brutal es auf uns Menschen wirkt – das Zusammenklappen dieses herrlichen stolzen Tieres Pferd, das Zucken bis zum endgültigen Exitus – so sind wir es unserem Kameraden doch schuldig ihm beizustehen. Das klingt fürchterlich menschlich, aber das ist es doch auch, was uns Menschen ausmacht: die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden.

Ich möchte in seiner letzten Stunde bei meinem Pferd sein, wie ich es auch die ganzen Jahre hindurch begleitet habe. Und ich bin überzeugt davon, dass das Pferd dies auch spürt. Das mag vermenschlichend wirken. Aber was maßen sich manche an, zu meinen, wir dürfen im Kontakt mit Tieren nicht „menscheln“?

Es gibt Situationen zwischen mir und meinem Pferd, die besonders sind. Da fühle ich eine innige Vertrautheit und Übereinkunft und das ist wunderschön.

Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren wurde im Umgang mit dem Pferd so viel von Konsequenz und Dominanz gesprochen, dass es mir zum Hals heraushängt, weil es viele als Freibrief für Gewalt und übertriebene Härte betrachteten. Klar, darf mein Pferd niemanden umrennen, steigen, beißen etc. etc. Aber habt ihr schon einmal gesehen, wie einige richtig große Pferdemenschen mit ihren Tieren umgehen: Die armen Zausel werden fast liebevoll totgequatscht… Wobei wir wieder beim Thema wären.

quelle: www.elblicht.net

Wir sind unseren Pferden ein paar Dinge schuldig:

1. Den von Achtung und Respekt geprägten Umgang mit der entsprechenden Haltungsform.

2. Den richtigen Zeitpunkt, Abschied zu nehmen (nicht das Tier so lange fit spritzen, nur weil man selber nicht loslassen mag).

3. Die Begleitung in den Tod.

Die meisten unserer Freizeitpartner werden vermutlich erst sediert und dann eingeschläfert. Andere bevorzugen den Bolzenschuss. Da müssen wohl Bauch und Kopf entscheiden. Meiner wird mal einschlafen dürfen. Aber das ist hoffentlich noch lange, lange nicht soweit.

Meine dicke  Wanderreitschabracke, die ich kurz vor unserem 2-Tage-Ritt noch über Loesdau gekauft habe taugt nix. Nach einem Tagesritt spürte ich rechts und links von Powers Wirbelsäule kleine Knoten, was mich dazu bewog, die Schabracke am nächsten Tag zu wechseln. Wieder zu Hause landete sie in der Waschmaschine, in der sich prompt eine Naht löste… Jetzt muss ich schauen, dass ich sie bald reklamiere.

 

 

Tag 1: Haimhausen – Biberbach – Eulenthal

Als ich Samstagmorgen aufstehe, ziehen noch Nebelfetzen über die Felder. Für ein ausgiebiges Frühstück bin ich viel zu aufgeregt, also zwinge ich mir ein Toast rein und fahre in den Stall, um vor unserem Start noch auszumisten. Die Pferde brummeln mir mit tiefer Stimme entgegen. Ich nehme mir Zeit und merke doch wie mir mein Herz bis zum Hals schlägt. Tausend Fragen schießen mir durch den Kopf: Halten meine Rippen durch? Und mein Kopf – der Schreck vom Sturz am vorherigen Tag steckt noch in all meinen Knochen! Hält mein Pferd durch? Vertragen sich die Zausel? Klappt alles mit der Unterkunft?  

Als Gesa eintrudelt, bin ich schon am Putzen. Ruhig arbeiten wir vor uns hin, bis wir endlich abmarschbereit sind. Wir warten auf Andrea und Markus, die von Haimhausen zu uns rüberreiten. Ungeduldig erklimmen wir samt Pferde die Anhöhe hinterm Stall, um zu sehen, wo sie bleiben. Da kommen sie schon in flottem Trab auf uns zu. Jetzt geht es los! Wir sind alle bestens gelaunt und das Wetter könnte nicht schöner sein: Der Nebel hat sich längst verzogen und die Sonne wird unseren Ritt das ganze Wochenende hindurch begleiten.BILD1894

Am ersten Tag kommen wir prima ohne Karte zurecht. Das erste Stück führt uns durch vertrautes Ausreitgebiet und Gesa kennt die Wege gut, hat sie in den vergangenen Jahren viel reiten müssen, um sich und ihre Isländerin optimal auf die drei Alpenüberquerungen vorzubereiten. Außerdem hat sie wenige Tage vorher einen Großteil der Strecke tapfer mit dem Rad abgefahren. DANKE GESA!

Stoppelfelder und Begegnungen der dritten Art

Der Herbst ist eine perfekte Zeit zum Wanderreiten. Wir nutzen gerne und viel die abgeernteten Maisfelder und verändern spontan die ein oder andere Streckenführung. Kurz vor Überquerung der Glonn erinnert uns Salka daran, bei aller Ruhe und Gemütlichkeit des Ritts doch konzentriert zu bleiben. Sie stolpert auf einem herrlichen Wiesenweg über ihre eigenen Haxen und stürzt auf beide Karpalgelenke. Aber sie läuft taktklar und schmerzfrei weiter, nichts schwillt an und wir hoffen, dass es so bleibt.

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In Glonn begegnen wir Vierbeinern der dritten Art – Schweine! Die Pferde bleiben cool und wir bekommen bei ihrem Anblick langsam Appetit (Wann sieht man noch Schweine im Garten mit Suhle – die müssen einfach gut schmecken). Zuvor durchqueren wir den Ort und begegenen erneut einem Schwein, diesmal auf einem Motorrad sitzend, das auf unserer Höhe merkbar absichtlich den Motor aufheulen lässt. Unser Pferde machen einen Satz, ich verliere die Contenance und brülle ihm Schweinereien hinterher. Zur Ehrenrettung von Zweiradfahrern muss ich aber sagen, dass ich bisher auch ausgesprochen gute Erfahrung mit Motorradfahrern auf Ausritten gesammelt habe.

Bald wird es Zeit für eine kleine Brotzeit im Wald, die wir uns echt verdient haben: Wir schlugen uns zwischen Wald und Maisfeldern zeitweise recht abenteuerlich und abseits der Wege - aber immer noch vertretbar – durch die Landschaft und ich habe mir, nach dem Sturz am Tag zuvor, ein paar Galoppsprünge getraut und es sogar richtig genossen.

An einem Fischweiher bei Thalmannsdorf/Jetzendorf müssen unsere Pferde richtig klettern. Es geht im Wald steil bergauf und ich spüre, wie Power sich anstrengt. Bunte Blätter rascheln, Äste knacken. Powers Hinterhand arbeitet unter mir wie eine Maschine.Ich habe das Gefühl, das abwechslungsreiche Gelände macht ihm genauso viel Spaß wie mir.

Endspurt Richtung Alberzell

Hinter Thalmannsdorf reiten wir kreuz und quer durch das Klingenholz und genießen den federnden Waldboden. Wir sind überrascht, dass wir an diesem herrlichen Tag noch keinem anderen Reiter begegnet sind, denn Alberzell naht, wo der Reitverein an diesem Tag seinen alljährlichen Orientierungsritt veranstaltet. Dort angekommen, nutzen wir die Gelegenheit und das Kuchenangebot des Reitvereins, um eine kleine Pause zu machen. Mit Gleichgesinnten ratschen wir über unsere Zausel und die Reiterei und brechen wieder auf zum Endspurt. Power ist müde und schlurft den anderen hinterher. Ich bin einfach nur glücklich und bekomme das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Schon zwanzig Minuten später erreichen wir Eulenthal, den Hof von Beate und somit unsere Übernachtungsstation, wo wir herzlich begrüßt werden. Wir teilen die riesigen Boxen ab, damit unsere Pferde ihre Nacht ungestört voneinander verbringen können und legen ihnen großzügig Heu vor, auf das sich Power mit gewohnt gutem Appetit stürzt :-) Ich bin stolz auf mein Pferdchen, das seinen ersten Ganztagesritt so toll bestritten hat. Liebevoll bürste ich seinen Rücken, dann lasse ich ihm einfach seine Ruhe.

BILD1922Wir sitzen noch in der Sonne bis unser Abendessen in der Blockhütte auf dem Tisch steht. Nach einem Kontrollgang in der Stall frönen wir dem Rotwein, der uns leider nicht vor einer schlaflosen Nacht bewahrt (nein, Markus’ Schnarchen hat nicht gestört… vielmehr die gemein summenden Stechmücken).

Da die Toilette neben dem Stall liegt, müssen wir diverse Male durch die Vollmondnacht schlurfen. Die Atmosphäre ist einzigartig: Die Pferde von Beate dösen in ihren Offenställen, alles ist ruhig und friedlich, derMond gießt alles in ein unwirkliches Licht – gigantisch schön.

Tag 2: Eulenthal – Biberbach – Haimausen

 Beate nimmt uns am nächsten Morgen das Füttern ab, so frühstücken wir schnell, packen zusammen, misten aus und machen unsere Pferde fertig, die deutlich flotter als am Vortag starten. Auch Salka ist nach ihrem Sturz fit.

Das Gelände ist ein Traum: bergauf, bergab, entlang Huf schonender Wiesenwege reiten wir Richtung Badershausen. Ich kann den bei uns so spärlich gesäten „Bergaufwegen“ nicht widerstehen und galoppiere mit Power voraus (Darius folgt im Traber-Trab :-) und bin so glücklich, weil alles gut läuft. In Volkersdorf überqueren wir wieder einmal eine schmale Fußgängerbrücke und sind froh, dass unsere Pferde alles so toll mitmachen. Meine Rippen fangen an zu schmerzen aber ich versuche alles zu genießen…

Auf der Suche nach Wasser

Bei Thann durchqueren wir ein Waldstück und reiten den Schwöllgraben in flottem Trab nach Sollern durch, wo wir unsere Ex-Stallkameradin Steffi spontan besuchen und bei der Gelegenheit gleich nach Wasser für die Pferde fragen möchten. Steffi ist nicht da und die Pferde kriegen nix zu saufen, auch beim tollen Metzger in Lindach ist alles fragen vergeblich. Scheinbar sind sämtliche Bauern diesen Sonntag ausgeflogen. Wir machen eine Pinkelpause und ich bin verblüfft wie weit ein Reiter mit Parelli kommen kann: Markus und sein Wallach machen es gleichzeitig…  :-)

Mitten in einer Einfamilienhaussiedlung in Ziegelberg sagt uns endlich ein netter Mann sofort Wasser zu. Er kommt mit einem „Josera“-Eimer und wir wetten drauf, dass es in dieser Familie sicherlich einen Reiter gibt… Die Pferde haben großen Durst und wir sind froh, so hartnäckig gewesen zu sein.

Plötzlich gibt Power Gesa einen heftigen Nasenstüber, als er aufschreckt. Sie ist schmerzgebeugt und wir fürchten alle einen Bruch. Doch eine Alpenüberquererin haut so schnell nix um – wir können weiter.

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Mittagspause bei Schnitzel und Kürbis 

Wir erreichen heimisches Gebiet. In Asbach parken wir die Pferde im Garten vom GasthausBILD1938 und setzen uns im Biergarten in die warme Sonne. Wir futtern Schnitzel und die beste Kürbissuppe, die ich seit langem gegessen habe. Sandra und Manuela aus Haimhausen sind uns BILD1933entgegengeritten und komplettieren unsere Schlussetappe, die vom Gelände her nicht sonderlich beeindruckt: Viele Schotterwege mit richtig fiesem scharfkantigen Schotter und Beton.

In Biberbach angekommen verabschieden wir uns von der Haimhauser Truppe und versprechen uns im kommenden Jahr die Wiederholung.

Es war ein tolles Erlebnis! Pferde und Reiter verstanden sich gut und ich bin immer wieder froh über die tolle Verbindung zu meinem ehemaligen Stall. 

Markus, meine Rippen und ich danken dir, dass du abends noch unsere Klamotten vom Eulenthal abgeholt hast!

Schon wieder was gelernt!

Nachdem ich neulich schon mit Gepäcktaschen herumexperimentiert habe (keine saß richtig und scheuerte auf Powers Fell) entschloss ich mich , meinen Regenmantel mit Spanngurten am Sattel zu befestigen.

O-Ton meiner Freundin Gesa: Die sind was zum Radeln nicht zum Reiten! Sie sollte Recht behalten.

Heute Morgen waren wir gemeinsam ausreiten. Beim Galopp fing mein Pferdchen an zu bocken. Übermut? Sitzt der Sattel nicht richtig? Ich grübelte als wir wieder durchparierten. Kurz danach versuchten wir es noch einmal. Diesmal ging mein Wallach voran. Er bockte, galoppierte, bockte, war nicht mehr kontrollierbar. Doof…

In den frischen Acker wollte ich ihn nicht abwenden, wobei es mir mehr um die Sehnen meines Pferdes ging, als um ein gutes Auskommen mit dem Bauern. Das Feld zur Rechten schien mir sehr holperig und ich fürchtete, mit unserem Tempo würde es uns dort gemeinsam werfen…

(Es geht einem ganz schön viel durch den Kopf in diesen paar Sekunden)

Mein Power machte dann einfach kurzen Prozess. Ein heftiges Bocken hob mich aus Sattel und Steigbügeln und ich legte mich mit der Breitseite auf den Flurbereinigungsweg. Kurz fehlte die Luft zum Atmen. Ich ging in mich und merkte, dass alle Knochen noch heil sein müssten… Da rappelte ich mich auf während mein Mustang noch voller Angst durch den Acker pflügte – ein untrügliches Zeichen für mich, dass ihn etwas in Panik versetzt haben muss, sonst hätte er sich nach zehn Metern ans Fressen gemacht.

Der Regenmantel wogte auf seinem Rücken auf und ab. Meinem Rufen folgte er auch bald und trabte auf mich zu. Ich packte die Zügel und griff nach dem Regenmantel worauf er am liebsten wieder auf und davon gelaufen wäre. Das muss der Grund für seinen Aussetzer gewesen sein.

Jetzt hoffe ich, dass mich Voltaren bis morgen wieder fit macht. Denn mit heilen Knochen möchte ich schon ganz gerne mit dabei sein…

Aber ganz ehrlich – den Mantel lasse ich dann im Stall und übe das mit meinem Zausel nochmal ganz in Ruhe. Durchgehend regnen wird es ohnehin nicht – hoffe ich.

Der Countdown läuft: Übermorgen brechen wir zu unserem ersten Wanderritt auf und mein Puls erhöht sich stündlich :-) Glücklicherweise habe ich lauter erfahrene Wanderreiter dabei, die beruhigen mich schon….
Heute packen wir unsere Siebensachen zusammen, die ich morgen mit dem Auto zu unserer Übernachtungsstation bringe. Ein bisschen Luxus muss schon sein, Großgepäck während des allerersten längeren Ritts dagegen nicht. Außerdem dürfen wir die Rotweinflaschen, für einen gemütlichen Abend in der Blockhütte, gar nicht auf dem Pferd transportieren *ggg* Meinen Sattelgurt sollte ich auch noch erneuern… er wirkt ein wenig brüchig … und ich sehe mich schon im Galopp vom Pferdchen fleigen.
Hui, alles ganz schön aufregend! Am Sonntagabend liege ich dann flach wie ne Flunder auf der Couch – völlig fertig von all den Eindrücken. Die gesamte Strecke wird jetzt allerdings nur schätzungsweise 70 Kilometer betragen. Eine Strecke die manch einer an einem Tag stemmt….. Mei, dann schaffen wir das doch locker – wenn wir uns nicht allzu häufig verreiten! Aber ganz genau kennen wir die Länge am Sonntag, wenn Markus sein Navi checkt.

Obwohl die vergangenen Wochen trocken waren, erwischte Power vor zweieinhalb Wochen die Mauke. Sonst eher dafür bekannt, sich insbesondere während der matschigen Zeit auf unbefestigten Paddocks und modderigen Koppeln Pferdebein um Pferdebein zu verbreiten, entsteht die Mauke in diesem Sommer/Herbst durch Grasmilben, die sich in das Fleisch bohren und Bakterien einschleppen. 

Ich laboriere momentan mit dem MauCare von Lexa herum, was nach rund zehn Tagen täglichen Schmierens die Krusten zunehmend auflöst und die Haut drunter sehr geschmeidig hält. Ich bin mit dem Produkt sehr zufrieden.

Vor einigen Jahren half meinem Power auch eine angerührte Creme aus 250 g Schafwollfett und 100 ml Lebertranöl. Den Tipp bekam ich über ein Friesen-Forum im Internet, das mittlerweile leider nicht mehr existiert. Das Mittel ist Natur pur und sagenhaft effizient.

Mauke braucht Zeit um abzuheilen – bloß auf keinen Fall Krusten grob abreißen, die fest an der Haut kleben! Das Ganze wird dann noch schlimmer. Sobald die Haut unter der Kruste abgeheilt ist, löst sie sich Stück für Stück während des Einschmierens ab. Und keine Sorge: die Behandlung schlägt auch an, wenn ihr einfach über die Kruste schmiert ;-)

Sobald das Bein sehr heiß ist und anschwillt, am besten Arzt rufen!

Hafer ist verschrien und doch das perfekte Pferdefutter. Er ist leicht verdaulich und bringt schnelle Energie und das bei idealer Bekömmlichkeit. Ich bin überzeugter Hafer-Fütterer – sofern das Korn gut gelagert wird, staub- und schimmelfrei ist.

Und weil es so schön passt, lasse ich den charmantesten Schwaben eine Bresche für den Hafer schlagen- s’Pferdle:

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